Kurioses zum Wochenende: „Miet-Pilger“ werden immer beliebter

Rolf Kopel | 25. Januar 2008

Immer mehr Muslime bezahlen andere, um sich die Strapazen der kleinen Wallfahrt nach Mekka zu ersparen. Ist ein Pilger krankheitsbedingt selbst nicht in der Lage, eine “Umrah” zu absolvieren, kann er einen Freund oder Verwandten, der etwa zur großen Wallfahrt (”Hadsch”) nach Mekka reist, bitten, an seiner Stelle für ihn die Umrah zu machen. Die Dienste der Miet-Pilger sind vor allem in den Tagen nach der Hadsch gefragt. Denn nach den strapaziösen Ritualen der großen Wallfahrt sind die Pilger oft zu erschöpft, um anschließend auch noch für ihre Lieben daheim die Umrah zu absolvieren. Im Gegensatz zur Hadsch gehört die Umrah nicht zu den so genannten fünf Säulen des Islams. Sie ist auch nicht an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden. Der Preis für einen Miet-Pilger liege derzeit bei 500 bis 1000 saudi-arabischen Rial (90 bis 180 €). Besonders beliebt ist die Dienstleistung bei Kunden aus Kuwait oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Unter Muslimen in Saudi-Arabien ist es aber umstritten, ob es aus religiöser Sicht überhaupt akzeptabel ist, für Pilgerrituale Geld zu verlangen.

von: Rolf Kopel

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