Verwaltung - Fehlzeiten stiegen im vergangenen Jahr
Oliver Stilz | 8. April 2008Ausfallzeiten durch Krankheit haben in der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr erstmals wieder zugenommen. Das berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). Danach stieg der Krankenstand bei den 9,5 Mio. AOK-versicherten Arbeitnehmern von 4,2 auf 4,5%. Im Jahr 2007 waren AOK-Mitglieder durchschnittlich 16,3 Tage krankgeschrieben, im Vorjahr waren es noch 15,4 Tage; das ist ein Zuwachs von 5,5%. Dabei stiegen die Fehlzeiten in fast allen Branchen. Schuld daran sei hauptsächlich die Zunahme von Infektionen und Atemwegserkrankungen sowie psychische Erkrankungen, so Helmut Schröder, Forschungsbereichsleiter im WIdO. Hohe Ausfallzeiten gab es z.B. in der Abwasser- und Abfallbeseitigung (22,8 Tage je AOK-Mitglied), der Metallerzeugung und –verarbeitung (19,8 Tage) und der öffentlichen Verwaltung (18,7 Tage). Am unteren Ende der Skala finden sich die Datenverarbeitungsbranche (9,1 Tage), das Kreditgewerbe (11,1 Tage) sowie der Einzelhandel (13,2 Tage). Die meisten Fehltage entstanden durch Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2%), Verletzungen (12,8%) sowie Atemwegserkrankungen (12,5%). Besonders stark zugelegt haben die psychischen Erkrankungen (8,1%), die sich seit 1997 mehr als verdoppelt haben. Sie sind häufig mit langen Ausfallzeiten verbunden. Insgesamt waren mehr als die Hälfte aller AOK-Mitglieder (51,2%) im vergangenen Jahr mindestens einmal krankgeschrieben. 4,2% aller Arbeitsunfähigkeiten waren Langzeitfälle von über sechs Wochen.
von: Oliver Stilz