Kurioses zum Wochenende: Von Tempo zu Tompe
Oliver Stilz | 2. Mai 2008Eine Ausstellung der besonderen Art zeigt derzeit das Museum Plagiarius in Solingen anlässlich des Welttages des Geistigen Eigentums: 139 verschiedene chinesische Tempo-Taschentuch-Plagiate. Seit die Papiertaschentücher Ende der 90er Jahre in China auf den Markt kamen, ist Tempo dort nicht nur zum Marktführer, sondern auch zum Trendsetter in Sachen Design geworden. Nachahmer wie „Tinpo“, „Tunpo“ oder „Tompe“ setzen auf den Bekanntheitsgrad: Eine blau-weiße Packung im entsprechenden Format symbolisiert für jeden Chinesen ein Papiertaschentuch – unabhängig von der Herstellerfirma. Die Qualität der Produkte reiche jedoch von hochwertiger Ware bis zum allerbilligsten Schund, so Christian Rommel, Leihgeber der Tempo-Sammlung. Das betreffe sowohl den Zellstoff an sich und dessen Verarbeitung als auch die Verpackungsfolienart und Bedruckungstechnik. Die Kopien kosteten aber nur bis zu einem Viertel des Originals und das sei in China ein maßgebliches Kaufkriterium. Zur Eröffnung erhielt übrigens jeder Besucher eine gefälschte „Tembo“-Packung, um die Qualitätsunterschiede hautnah zu erleben.
von: Oliver Stilz