Kurioses zum Wochenende: Lohn ohne Arbeit

Oliver Stilz | 24. Oktober 2008

Eine Reihe merkwürdiger Buchungsposten in einer staatlichen Behörde hat in Bangladesch Ermittler auf die Spur eines Korruptionsskandals in ungeahntem Ausmaß gebracht. Das staatliche Telekommunikationsunternehmen habe hunderte nicht existierender Arbeiter als Lohnempfänger geführt, wie das Onlinemagazin „DiePresse“ berichtet. Unter anderem seien 122 Männer für die Reparatur eines einzigen Toilettenbeckens bezahlt worden. In einem anderen Fall seien hunderte Arbeiter mit der angeblichen Reinigung von Abwasserbecken beschäftigt gewesen. Wie die Ermittlungen jedoch ergaben, sind die Becken seit Jahren nicht gesäubert worden. In der Umgebung hatten lediglich zwei Arbeiter zwei Tage lang Unkraut entfernt. Nach Angaben der beauftragten Anti-Korruptionskommission unterschlugen die Büros der Telekomfirma mit ähnlichen Tricks in den vergangenen acht Jahren umgerechnet rund 3,7 Mio. €. Laut einer Liste der nichtstaatlichen Organisation „Transparency International“ gehört Bangladesch zu den 20 korruptesten Staaten der Welt.

von: Oliver Stilz

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