Kurioses zum Wochenende: Cevapcici bis zum Abwinken
Oliver Stilz | 3. April 2009Die Klage eines Imbisslokals gegen die eigene Kommunalverwaltung hat im südserbischen Novi Pazar für Schlagzeilen gesorgt. Wie „DiePresse.com“ berichtet, verspeisten die Angestellten des Rathauses im Cevapcici-Grill „Bei Jonuz“ über vier Jahre hinweg stattliche 600.000 Stück der Fleischspeisen, ohne jedoch nur ein einziges Mal die fälligen Rechungen zu bezahlen. Auch wenn Novi Pazar als die Heimat des besten Cevapcici Serbiens gilt, sorgte der Heißhunger der Beamten im lokalen Amtsgericht für Verblüffung. Der entnervte Grillbesitzer reichte nicht bezahlte Rechnungen in Höhe von sechs Millionen Dinar (rund 65.000 Euro) ein. Bei einem Preis von zehn Dinar pro Stück hätten die Rathausbeschäftigten bei ihm über Jahre hinweg 577 Fleischröllchen am Tag verzehren müssen, errechnete ungläubig die Tageszeitung „Danas“. Das Gericht wird nun prüfen, ob die abgezeichneten Rechungen echt sind. Die Quittungen anderer Gaststätten scheinen den unstillbaren Hunger und auch Durst der Staatsdiener zu bestätigen. Das Geheimnis des lokalen Cevapcici liegt übrigens in der Fleischwahl. Weil in Novi Pazar überwiegend Muslime wohnen, verwenden die Köche reines Kalbfleisch statt der sonst üblichen Mischung aus Schwein und Rind.
von: Oliver Stilz