Lohn: Listenpreis ist nicht gleich Endpreis

Anna Pietras | 8. September 2009

Die in den unverbindlichen Preisempfehlungen (UVB) der Automobilhersteller angegebenen Verkaufspreise eignen sich nicht dazu, die von Arbeitnehmern zu versteuernden Vorteile aus einem Jahreswagenrabatt zu bestimmen. Zwar gehören zum Arbeitslohn auch Vorteile, die Beschäftigten daraus entstehen, dass ihnen der Arbeitgeber Waren wie z.B. Jahreswagen auf Grund des Dienstverhältnisses verbilligt überlässt. Ob ein solcher Vorteil vorliegt, bestimmt sich nach Ansicht des Bundesfinanzhofs (BFH) aber nach dem Endpreis, zu dem das Fahrzeug an fremde Endkunden auf dem Markt angeboten wird, dem so genannten Angebotspreis (§ 8 Absatz 3 Satz 1 EStG). Dies ist der grundsätzlich unabhängig von Rabatten nach der Preisangabenverordnung ausgewiesene Preis, soweit im Geschäftsverkehr nicht tatsächlich ein niedrigerer Preis gefordert wird.
Vor dem BFH hatte der Mitarbeiter eines Automobilherstellers geklagt. Der Mann hatte 2003 einen Neuwagen mit einem ausgewiesenen Listenpreis (UVB) von 17.917 € zu einem Kaufpreis von 15.032 € von seinem Arbeitgeber erworben. Finanzamt und Finanzgericht setzten den zu versteuernden Arbeitgeberrabatt auf Grundlage des UVB an. Da das Autohaus jedoch auch ohne Preisverhandlungen auf den UVB einen Rabatt von 8% gewährte, entschied der BFH, dass dieser den Angebotspreis nicht zutreffend widergibt. Der angebotene Endpreis könne daher höchstens der um 8% ermäßigte Preis sein, weil das Fahrzeug zu diesem Preis auf dem Markt angeboten worden sei. Damit blieb unter Berücksichtigung der weiteren gesetzlichen Abschläge und Freibeträge für Jahreswagen kein lohnsteuerrechtlich erheblicher Vorteil übrig. Zudem stellte der BFH fest, dass dem Einwand nachzugehen ist, dass der tatsächliche Angebotspreis für die Ware, auf die der Arbeitgeber einen Rabatt gewährte, niedriger sei als der Listenpreis. Dieser könne nicht ohne weiteres als Endpreis angesetzt werden.

von: Anna Pietras

Kommentarfunktion ist deaktiviert