Anna Pietras | 19. Januar 2010
Die in Deutschland geltende Regelung, nach der Beschäftigungszeiten vor Vollendung des 25. Lebensjahres bei der Berechnung der Kündigungsfristen nicht berücksichtigt werden, verstößt gegen das Gemeinschaftsrecht. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute entschieden (Az.: C-555/07), wie die Nachrichtenagentur AFP meldet. Als Konsequenz muss das Gesetz geändert werden und die Gerichte sollen die Regelung ab sofort nicht mehr anwenden. 
Tags: Arbeitsrecht
Oliver Stilz | 12. Januar 2010
So genannte Arbeitsgelegenheiten der Grundsicherungsträger („1 Euro-Jobs“) können einer Rente wegen Erwerbsminderung entgegenstehen. Das Sozialgericht Dortmund hat die Klage eines Arbeitslosen abgewiesen, der von der Deutschen Rentenversicherung Westfalen eine Rente wegen Erwerbsminderung gefordert hatte (Az.: S 26 (1) R 40/08). Das Gericht sah die Klage als unbegründet an, da der Mann auf Veranlassung der Arbeitsbehörde zugleich einer Hausmeister-Tätigkeit nachging. Der Kläger könne noch mindestens sechs Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein und sei damit nicht voll erwerbsgemindert. Auch gesundheitliche Beeinträchtigungen hinderten ihn nicht, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das Gericht bestätigte zwar, dass es sich bei der Arbeitsgelegenheit nicht um ein reguläres Arbeitsverhältnis handelt. Gleichwohl bestätige die tatsächliche Arbeitsleistung im Rahmen des 1 Euro-Jobs die Erwerbsfähigkeit.
von: Oliver Stilz
Tags: Sozialversicherung
Oliver Stilz | 12. Januar 2010
Personalrabatte, die Automobilhersteller oder -händler ihren Arbeitnehmern beim Erwerb von Kraftfahrzeugen gewähren, gehören grundsätzlich als geldwerte Vorteile zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Dabei müssen Sie die Fahrzeuge steuerlich nach den Endpreisen bewerten, zu denen Sie als Arbeitgeber die Autos anderen Endkunden anbieten. Verkaufen Sie die Fahrzeuge nicht an andere Endkunden, ist der Endpreis des nächstgelegenen Händlers maßgebend. Dies hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben betont. 
Tags: Lohn
Oliver Stilz | 5. Januar 2010
Muss ein Arbeitnehmer seinen Beruf aufgeben, weil dies die einzige Möglichkeit ist, die Gefahr einer Verschlimmerung einer Berufskrankheit zu vermeiden, erhält er für seinen wirtschaftlichen Nachteil Übergangsleistungen von der Berufsgenossenschaft (BG). Diese ist allerdings nicht leistungspflichtig, wenn geeignete Maßnahmen die Verschlimmerung der Berufskrankheit vermeiden können. Zu diesem Urteil ist das Landessozialgericht Hessen im Fall eines Elektromonteurs gekommen. 
Tags: Sozialversicherung
Oliver Stilz | 22. Dezember 2009
Ab dem kommenden Jahr vervierfacht sich die Insolvenzgeldumlage. Das hat der Bundesrat in seiner Sitzung am 18. Dezember 2009 beschlossen, wie die Minijob-Zentrale berichtet. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise hat es im Jahr 2009 viele Unternehmenspleiten gegeben. Die Ausgaben der Bundesagentur für Arbeit für das Insolvenzgeld überstiegen im Jahr 2009 bereits die mit der Insolvenzgeldumlage erzielten Einnahmen. Für das Jahr 2010 wird daher mit ähnlich hohen Aufwendungen für das Insolvenzgeld gerechnet. Um diese steigenden Ausgaben bzw. das aufgelaufene Defizit finanzieren zu können, wurde die Höhe der Insolvenzgeldumlage für das Jahr 2010 angehoben. Ab 1. Januar 2010 beträgt der Beitrag zur Insolvenzgeldumlage für alle Unternehmen 0,41 Prozent der Bruttolöhne der Beschäftigten. Dieser ist per Beitragsnachweis zu übermitteln. Arbeitgeber der öffentlichen Hand sowie Privathaushalte sind von der Zahlung der Insolvenzgeldumlage befreit. Hiervon ebenfalls nicht betroffen sind Arbeitgeber, die das Haushaltsscheckverfahren anwenden. Für Arbeitgeber, die ihre Beiträge mittels Dauerbeitragsnachweis übermitteln und zum 1. Januar 2010 in diesem keine sonstigen Änderungen vornehmen, hebt die Minijob-Zentrale die Insolvenzgeldumlage maschinell auf 0,41 Prozent an.
von: Oliver Stilz
+ + + LohnPraxis wünscht allen Lesern besinnliche Festtage und einen guten Start ins neue Jahr! + + +
Tags: Verwaltung
Oliver Stilz | 15. Dezember 2009
Vor dem Hessischen Landessozialgericht hat ein Bankangestellter erfolglos versucht, die Befreiung von der SV-Pflicht zu erstreiten. Weil der Mann die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, ist er nicht gesetzlich kranken- und pflegeversichert. Er beantragte, auch von der Pflicht zur Beitragszahlung in die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung befreit zu werden. Er begründete dies damit, dass seinen Beiträgen keine entsprechenden Gegenleistungen gegenüber stünden, vor allem durch die demografische Entwicklung in Deutschland. Durch die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre ergäbe sich zudem eine Negativrendite. 
Tags: Sozialversicherung
Oliver Stilz | 15. Dezember 2009
Haben Sie Ihren Beschäftigten jahrelang Weihnachtsgeld gezahlt, können Sie es ihnen nicht plötzlich verweigern. So gilt für jährlich an die gesamte Belegschaft gezahlte Gratifikationen die Regel, dass die dreimalige vorbehaltlose Gewährung eine Sonderzuwendung verbindlich macht. Mit diesem Urteil (Az.: 10 AZR 483/08) bleibt das Bundesarbeitsgericht (BAG) bei seiner Rechtsprechung. 
Tags: Lohn
Anna Pietras | 8. Dezember 2009
Das Finanzamt darf einen bestandskräftigen Einkommensteuerbescheid gemäß § 173 Absatz 1 Nr. 1 AO zu Lasten eines Beschäftigten ändern, wenn der Behörde nachträglich bekannt wird, dass der Arbeitgeber zu Unrecht als Arbeitslohn versteuerte Sonderzahlungen im Zusammenhang mit einem Wechsel der Zusatzversorgungskasse zum Ausgleich später im Rahmen einer Lohnsteueranmeldung als negative Einkünfte des Arbeitnehmers behandelt hat. Dies hat das Finanzgericht Düsseldorf entschieden (Az.: 11 K 916/09 E). 
Tags: Lohn
Oliver Stilz | 1. Dezember 2009
Eine bandscheibenbedingte Erkrankung der Lendenwirbelsäule ist als Berufskrankheit anzuerkennen, wenn der Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Erkrankung mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen wird. Das ist nach Ansicht des Landessozialgerichts Hessen (LSG) der Fall, wenn ein Beschäftigter durch hohe Belastungsspitzen in seiner Tätigkeit einem besonderen Gefährdungspotenzial ausgesetzt ist. Mechaniker seien von diesen Spitzen allerdings im Gegensatz zu Pflegepersonal nicht betroffen. 
Tags: Sozialversicherung
Oliver Stilz | 1. Dezember 2009
Zum 1.1.2004 wurde durch die Hartz-Gesetze auch das Transfer-Kurzarbeitergeld eingeführt, das betriebliche Restrukturierungen sozial abfedern soll (§ 216b SGB III). Leistungsvoraussetzung ist u.a. ein dauerhafter Arbeitsausfall bei den betroffenen Beschäftigten. Im Gegensatz zu den anderen Formen des Kurzarbeitergeldes soll das Transfer-Kurzarbeitergeld nicht lediglich helfen, einen vorübergehenden Engpass bei einem ansonsten funktions- und wettbewerbsfähigen Unternehmen zu überbrücken. 
Tags: Lohn